Unsere großen Kinder sind noch nicht so lange Vorschüler,
Unsere kleinen Kinder sind noch nicht so lange eingewöhnt,
Und unsere ehemals kleinen Kinder sind nun schon viel größer!

Das hat viel Auswirkung auf die Dynamik der ganzen Gruppe. Um allen noch mehr Sicherheit zu geben und das Wir-Gefühl zu stärken, ist es uns wichtig, einen Rahmen aus Struktur und allgemeingültigen Regeln zu bilden, in dem sich jedes Kind sicher fühlt. Somit schaffen wir eine angenehme Atmosphäre, um das Wohlbefinden jedes einzelnen zu stärken. Warum gibt es Regeln und wofür sind sie gut? Wie streiten wir uns richtig? Gibt es auch beim Toilettenbesuch Regeln?
Diese Fragen und noch viele mehr wollen wir gemeinsam in einem vierwöchigen Projekt beantworten. Dabei werden bekannte Regeln verfestigt und neue Regeln eingeführt.

Projektwoche 1

In der ersten Woche lesen wir zwei Bücher, um mit den Kindern ins Gespräch zu kommen. Die gemeinsame Bilderbuchbetrachtung fördert das Sprachverständnis und den Wortschatz der Kinder. So schaffen wir eine wichtige Grundlage von Begriffen, die wir brauchen, um gemeinsame Regeln zu entwickeln.
In dem Buch „Das kleine Wir“ wird aufgezeigt, wie wertvoll Freundschaften sind und wie wichtig es ist, sich zu vertragen, auch wenn man sich mal streitet. Kleine Streitigkeiten zwischen den Kindern gibt es bei uns täglich. Das immer wiederkehrende Erleben bedeutet nicht das Ende einer Freundschaft bedeutet, ist eine elementare Erfahrung für alle.
Das Buch „Helfen, teilen, sich vertragen“ verdeutlicht, dass wir doch alle Dinge teilen. Bei uns müssen sie vor allem das Spielzeug teilen. Deswegen gibt es auch immer mal wieder Auseinandersetzungen. Wie die gelöst werden können und wir uns gegenseitig helfen, besprechen wir mit gemeinsam mit den Kindern. So können die Kinder voneinander lernen, ihre Konflikte zu lösen.

Projektwoche 2

In dieser Woche erstellen wir gemeinsam ein Regelplakat für unseren Gruppenraum und für die Sporthalle. Gemeinsam besprechen wir die wichtigen Regeln in unserer Gruppe, z.B. „nicht anderen wehtun“ oder „nicht anderen Spielzeug wegnehmen“. Dazu gibt es passende Piktogramme, aus denen dann mit den Kindern ein Plakat gestaltet wird. Wichtig ist uns dabei, dass die Kinder mit einbezogen werden. Dadurch werden ihnen die Regeln nicht übergestülpt, sondern sie erarbeiten die Regeln gemeinsam mit uns. Unsere Regeln erhalten somit eine größere Bedeutung, weil die Kinder die Regeln auf den Bildern sehen können. Sie halten sich vermehrt dran und achten darauf bei den anderen. Schließlich wollen alle doch das Gleiche.

Projektwoche 3

Diese Woche steht ganz im Zeichen der Toilettenregeln. Mit einem Toilettensuperheld-Pass verfestigen wir nochmal unsere Toilettenregeln. Mit Bildern wird die richtige Reihenfolge eines Toilettengangs nachvollzogen. Diese Bilder schneiden die Kinder aus und kleben sie dann wieder in die richtige Reihenfolge auf. Das machen in Kleingruppen von 3-4 Kindern, um jeden Schritt nochmal mit jedem einzelnen Kind besprechen zu können. Zum Schluss bekommt jedes Kind einen Toilettensuperheld-Pass ausgestellt, den sie dann mit nach Hause nehmen können.

Projektwoche 4

In der vierten Woche werden die Rollen getauscht. Jetzt werden die Kinder zu Erzieher*innen und andersrum. Mit einem Rollenspiel zeigen wir den Kindern, wie sie sich streiten. Im Anschluss besprechen wir gemeinsam, was passiert ist und was wir besser machen können. Die Kinder sagen uns, was wir dürfen oder wie wir uns wieder vertragen können. Das schafft bei den Kindern Sicherheit, weil sie merken, dass sie ganz viel wissen und somit sich selbst und anderen helfen können.
Das ganze Projekt fördert die sozialen und emotionalen, sowie die lebenspraktischen und sprachlichen Kompetenzen.